Handbuch 2018

Bord- Batterie Solar-La d ereg l er Solarmodul zum Endverbraucher bzw. Unterspannungsschutz zum Ladegerät (evtl.) über Batterietrennrelais zum Fahrzeuggenerator Foto: shutterstock.com Über 25 Jahre sind vergangen, seit wir die ersten Solaranlagen in unser Programm auf- genommen haben. Viele tausend Anlagen wurden seither auf Reisefahrzeuge integriert und ständigwurdenneue Bauteile entwickelt. Die aufklebbare Halterung sowie die Dach- durchführung wurden von uns erdacht und gebaut. Kopiert wurden wir oft, aber die Ori- ginal-Solaranlage kam immer von BÜTTNER ELEKTRONIK. Fernsehteams mit ihren Expe- ditionsfahrzeugen waren ebensomonatelang mit unseren Systemen bei extremen Tempe- raturen unterwegs, wie Segler rund um den Globus. Gut zuwissen ist allemal, dass die An- lagen auch unter erschwerten Bedingungen zuverlässig arbeiten, aber im Regelfall werden doch Reisefahrzeuge für weit weniger spek- takuläre Reisen ausgerüstet. Für einige Tage Power für die Toskanarundfahrt, oder wenn mal wieder kein Strom am günstigen Stell- platz vorhanden ist, abermandochnochetwas bleiben möchte ohne im Dunklen zu sitzen. Solarstrom wird lautlos erzeugt, ist überall kostenlos verfügbar und somit die innovative und cleverste Stromlösung für mobile Einsätze. Aufbau und Funktion einer Solaranlage Grundsätzlich besteht eine Solaranlage aus einemoder mehreren Solarmodulen auf dem Dach und einer Regelung, die im Innenraum sitzt. Bei Lichteinstrahlung gibt dann die Solaranlage über die Regelung elektrischen Strom ab. Es handelt sich hierbei um Gleich- strom in 12 oder 24 Volt. Dieser Strom wird von der Bordbatterie solange aufgenommen bis die Regelung erkennt, dass die Batterie/n vollgeladen ist/sind und daraufhin die Ver- bindung unterbricht. Die Solaranlage funk- tioniert sozusagen wie ein herkömmliches Batterie-Ladegerät – nur ohne Netzanschluss. Die Regelung sorgt dafür, dass die Batterie/n immer optimal geladen, aber nicht überladen wird/werden und stellt sicher, dass kein Strom zu den Solarmodulen während Dunkelphasen zurückfließen kann. Bei Anlagen (Reisemobil, Boot), wo im Standbetrieb zwei getrennte Batteriesysteme (Start- und Bordversorgung) vorgesehen sind, wirddie Solaranlagenorma- lerweise auf die Bordbatterie angeschlossen und die Startbatterie über die Regelung mit überschüssigem Strommit versorgt. Übrigens bleiben alle anderen Ladevor- richtungen (Lichtmaschine, 230 V-Ladegerät usw.) ebenfalls wie bisher an der/den Batte- rie/n angeschlossen. Die Solaranlage wird immer nur als zusätzliche Lademöglichkeit dazugeklemmt. Hierzu aber später mehr. Spezialfall Caravan: Viele Caravans besit- zen keine eigene Bordbatterie, da die Bord- versorgung entweder über das Zugfahrzeug oder über ein 230 V-Vorschaltgerät mit 12 V- Ausgang mitversorgt wird. Soll eine Solar- anlage vorgesehenwerden, muss imGegen- satz zu den oben beschriebenen Anlagen eine Bordbatterie eingebaut werden. Diese sorgt dann dafür, dass der erzeugte Strombis zum Gebrauch gespeichert wird. Weitere In- fos dazu auf der Seite 90. Welches Modul für welchen Einsatz? Bei den für Reisefahrzeuge interessanten Solarmodulen unterscheidet man zwischen amorpher und kristalliner Zelltechnologie. Amorphe Zellen (in Taschenrechnern usw.) besitzen den geringsten Wirkungsgrad. Sie altern recht schnell, können dafür aber flexi- bel hergestellt werden. Dieser Vorteil muss allerdings durch einen hohen Preis erkauft werden. Wer auf flexiblen Einsatz verzichten kann und Preis-/Leistungverhältnis sowie Haltbarkeit mit kristallinen Zellen vergleicht, wird feststellen, dass amorphe Zellen nicht rentabel sind. Bei den kristallinen Zellen un- terscheidet man zwischen Monokristallin, Polykristallin sowie CIS -Technologie. Mono kristalline Zellen weisen die größte Felder- fahrung auf, verfügen über einen sehr hohen Wirkungsgrad und sind damit Spitzenreiter im direkten Preis-/Leistungsvergleich. Bei den ebenfalls kristallinen CIS -Solar- modulen sind nicht einzelne quadratische Zel- len verbaut, sondern diese in Längsstreifen- technologie realisiert. CIS -Module sind zwar etwas teurer als poly- bzw. monokristalline Module, haben aber Ertragsvorteile. Diese machen sich vor allemdann bemerkbar, wenn das Solarmodul teilweise abgeschattet wird. Und sehr oft lässt sich das auch nicht verhin- dern. Abgesehen von fest verbauten Schat- tenspendern, wie SAT-Schüssel oder Dachbox, wird das Reisemobil gerade bei Sonnen- schein sehr oft unter Bäumen platziert. Somit trifft nur ein Teil der Sonneneinstrahlung auf das Modul was bei den klassischen Solarmo- dulen (Mono- und Polykristallin) dazu führt, dass die Solarleistung bei 30%-iger Abschat- tung fast vollständig ausfällt. Im Vorteil sind hier ganz klar CIS -Solarmodule. Diese brin- gen bei 50 %-iger Abschattung immer noch knapp die Hälfte ihrer Gesamtleistung. Erhebliche Leistungsvorteile ergeben sich auch bei Verwendung 72-zelliger BLACK LINE Standardmodule. Denn nach den Erfahrun- gen und positiven Testergebnissen (siehe hierzu auch Seite 19 ) sind ab sofort alle Module dieser Baureihe 72-zellig ausgerüstet – ein technischer Mehraufwand (Standard- module verfügen in der Regel nur über 36 Zellen), der jedoch laut Testbericht auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen einen Mehrertrag möglich macht. Der Strom von der Sonne 8 Solar-Info Solar-Strom – Die innovative Antwort der Zukunft

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